Die Schimmelreiter

Ich saß und spielte Sudoku. Und wartete. Doppelstunde Englisch. Doppelstunde Englisch in der 5. und 6. Stunde am Freitag. Ich wartete, und war aufgeregt: „Wenn ich daheim bin, gibt’s Spaghetti und Hansi kommt“. Volle Teller: „Das brauchen wir, iss’, iss’! Und iss’ ja auf, sonst gibt es morgen kein gutes Wetter!“ Vielleicht hätte Hansi noch was vom Salat essen sollen…
2005 war genial: Nach meiner 4 monatigen sportlichen Zwangspause (mein linkes Bein ist jetzt noch dünner als mein Rechtes…) konnte ich erst so richtig im März mit Radfahren beginnen. Fußballspielen war endgültig vorbei: Das Knie würde es nicht mehr mitmachen und so hat mir die Verletzung die Entscheidung abgenommen, die mich den ganzen Herbst 2004 beschäftigt hat, aufzuhören oder nicht, nachdem Radfahren immer wichtiger geworden war. Der Zufall hat mich eines Donnerstagabends nach Würzburg geführt das müsste im April gewesen sein. Das erste Mal fahren in einem Feld, es waren 30 Radfahrer da, bei tollem Wetter. Du kommst da hin, an die Talavera, und kennst niemanden. Eigentlich solltest du dich unwohl fühlen, doch du wirst mit offenen Armen empfangen, fährst in Zweierreihe und kommst gleich ins Gespräch irgendwie kennt man sich doch. Die Schatten, die über die Felder und Straßen huschen, das Einklicken von zig Pedalplatten, wenn es nach der Ampel wieder weiter geht, das Schalten am Berg, vor dem Sprint oder der Abfahrt, dein eigener schwerer Atem und der des Nachbars im Anstieg, das Surren der Freiläufe, der Windschatten, wenn du scheinbar mühelos mit 40 auf der Landstraße rollst, das Wir das alles so faszinierend. Ja, 2005 war genial und ab sofort sollte ich regelmäßig zum Radfahren an die Talavera kommen. Schließlich war es ein Wochenende Anfang Oktober in der Schweiz, das mich endgültig überzeugt bzw. mir mehr Lust auf mehr gemacht hatte. Zu elft haben wir die Reise nach Zürich angetreten um am 2. Oktober im Trikot der RSG Würzburg die Volksmetzgete bei 8°C und Regen zu fahren. Das ganze Wochenende und vor allem das Rennen, die gute Zeit mit den Menschen, die du mittlerweile zu lieben gelernt hast und als Freunde bezeichnest, war einfach unglaublich.
Ja, und dann saßen Mitte November 12 junge Leute in einer Kneipe in Würzburg. Hauptsächlich wird Wasser und Apfelsaftschorle getrunken. Es ging um das Jahr 2006, mein drittes richtiges Jahr auf dem Rad, und die Idee in Würzburg eine Sportgruppe zu gründen. Ich wollte mehr von der Schinderei im Rennen und der guten Zeit mit Freunden, deswegen war ich, und wohl auch die anderen da. Davor habe ich schon mit dem Gedanken gespielt Lizenz zu fahren, klar, wir haben ja gemeinsam das Treffen initiiert, aber erst danach war irgendwie alles Wirklichkeit, ab da war klar, nächstes Jahr fahren wir richtig Rennen. Jetzt war es sicher. Wir würden Rennen fahren. Richtige Rennen für deinen Verein, für deine Equipe.
Jetzt waren Hansi und ich im Stau und sind in eineinhalb Stunden ganze 23 Kilometer weit gekommen. Um 20 nach Zwei sind wir los, haben mein Rad und meine restlichen Sachen in Hansis Auto gepackt und mussten noch mal bei ihm vorbei um seine Radbrille zu holen, die er vergessen hatte. Irgendwann haben wir es dann doch auf die Autobahn gen Norden geschafft. „Gen Norden. Da oben gibt es keine Berge. Da oben ist es also flach. Da oben ist es somit leichter in die Rennen einzusteigen.“ Ernsthaft: Das war der Grund, warum wir 700 Kilometer bis nach Ascheffel nahe Eckernförde zum 15. Rund um den Naturpark Hüttener Berge gefahren sind. Wir, das sind nicht nur Hansi und ich, sondern auch Alex „Chicken“ Broocks, der sich direkt von Kürnach aus aufgemacht hat, und den wir später an der Raststätte Northeim-Nord treffen sollten. Eigentlich wollten wir dann noch rollen gehen am Abend, eineinhalb Stunden Vorbelastung, doch wir waren erst gegen viertel neun bei Hansis Cousine und ihrem Gatten angelangt, unserem Quartier für die Nacht. Alex ist vorher schon zu seiner Oma abgebogen, die nur paar Dörfer entfernt von Hansis Verwandtschaft lebt und ihm Unterkunft schenkte. Zu Abend gab es dann zum zweiten Mal am Tag Spaghetti: Die Speicher waren also voll, vor allem aufgrund der Gastgeber, die uns dann noch ein mehr als großzügiges Frühstück offerierten. Um 23.00 Uhr haben wir das Licht ausgemacht, Hansi hat schon relativ schnell mit dem Schnarchen angefangen und ich lag derweil noch wach, weil ich mittlerweile so was von aufgeregt war: „Hmm, wie wird es wohl werden? Du warst krank, die anderen alle im Trainingslager? Was hat man mir gesagt? ‚Keinen Kopp machen, einfach fahren’. Na gut…“ Ich war dann in der Nacht noch bestimmt sechsmal auf der Toilette und bin schon um 6.00 Uhr aufgewacht - der Wecker sollte erst um 7.45 Uhr klingeln. Nach dem Frühstück und Sachen packen sind wir dann los, um uns um 9.15 Uhr mit Alex zu treffen. Der Plan war, um 11 Uhr in Ascheffel zu sein um genügend Zeit zu haben sich die Strecke anzugucken und warmzufahren. Als wir die Autobahnausfahrt Nummer sieben genommen haben, und noch mal zum Pinkeln angehalten haben, waren wir erst mal schwer beeindruckt, als der Minibus vom Milram KT-Team vorbei fuhr. Hansi fragte, ob wir hier tatsächlich richtig sind…
Wir waren die Ersten, die sich ihre Startnummer abgeholt haben. Als die Räder aufgebaut waren, haben wir uns auf die Strecke gemacht, um zu schauen, was uns denn erwarten wird. Da hat es schon zu Regnen angefangen. Ich habe mich total schlecht gefühlt, der Puls ging zu schnell hoch, die Beine waren müde. Dazu hat die ganze Zeit meine Bremse geschliffen und es hat ewig gedauert, bis ich meine Sitzhöhe gefunden habe. Sollte wohl doch mal die Sattelstütze markieren. Es hat sich als absolut wichtig erwiesen, die Strecke vorher abzufahren. Woher kommt der Wind? Wo ist die Straße schlecht und wo sind gefährliche Stellen? Wir wussten, wo sollte man fahren und wo besser nicht. Als wir am Auto zurück waren, hatten sich mittlerweile die Parkplätze gefüllt und überall waren Radler zu sehen. Wie vorher schon beim Milram Bus, imponierten uns die anderen Radler doch sehr: Braun gebrannt, Beine einölend, vorm Start mit den Kollegen rumscherzend. Wir dagegen waren doch eher gefrustet, mein persönliches Ziel war es, die erste Runde zu überleben. Die anderen haben die ganze Zeit über das Wetter gemeckert, und zudem waren wir dann doch etwas schockiert, dass nach hunderten von Kilometern durch topfebene Landschaft ausgerechnet an diesem kleinen Flecken Erde rund um Ascheffel die einzigen Berge sind. Von wegen im Norden, da ist’s flach und so. Eigentlich hätten wir uns es denken können: Rund im Naturpark Hüttener Berge. Berge!!! Alex schien mir noch am coolsten. Wir haben dann noch die nassen Klamotten vom Einfahren aus- und uns mehr oder weniger trockene Sachen angezogen. Nie wieder mit den Rennklamotten warmfahren, es sei denn, es regnet nicht, oder du rollst direkt danach an den Start. Um 13.23 Uhr war Start bei uns. Fünf Minuten vorher ist das KT/A/B-Feld gestartet. Wir hätten eigentlich gedacht, wir stehen in der ersten Startreihe, doch als dann das Feld vor uns weg war, waren wir überrascht, wie viele C-Fahrer vor uns standen. Wir haben schlicht und einfach gedacht, die gehören noch zum anderen Feld. Dann natürlich erst mal einen Schrecken bekommen: „Mist, wir stehen ganz hinten!“. Doch wie ein, zwei andere Fahrer vor uns, haben wir dann auch noch schnell das Rad geschultert und haben bestimmt noch mal 20 Plätze gut gemacht. Und das bevor das Rennen überhaupt losging! Hehe. Auf jeden Fall standen wir da, da in dem Feld von Rennfahrern. Lance Armstrong hat in seinen Büchern geschrieben, er sei Radrennfahrer. Das hat mich immer begeistert. Nicht Rennradfahrer, sondern Radrennfahrer. Nun waren wir auch Radrennfahrer, wenn auch der Weg zu Lance noch ein bisschen weit ist.
Der Start lag auf einer Straße, die dann auf die Strecke in den Zielanstieg geführt hat. Man ist also fast im Anstieg gestartet und musste erst mal 150 Meter den Berg rauf. Ich habe mich gewundert, warum alle Fahrer um uns das 39er gekettet haben. Wir haben uns vorher zueinander gesagt, das kleine Blatt brauchen wir nicht; wenn wir es brauchen sollten, würde es vorbei sein. Tatsächlich haben wir dann noch im Stand das 53er gekettet und da ist die Kette das Rennen über auch geblieben. Wie gesagt, die ersten Meter gingen den Berg rauf und danach mit Gegenwind relativ eben Richtung Westen. Dort, wo wir vorher während dem Einfahren mit 26 km/h lang gerollt sind, sind wir nun mindestens 45 gefahren. Du bist in diesem rasenden Pulk drin, kannst nicht mal den Straßenverlauf erkennen, weil erstens dank dem Regen deine Brille voll gespritzt ist und zweitens überall nur Rennfahrer zu sehen sind. Im Gegensatz zum Warmfahren habe ich mich eigentlich ganz gut gefühlt. Den Pulsgurt habe ich im Auto gelassen, damit ich nicht von irgendwelchen Werten abgelenkt werde, die mich in der Rennsituation eh nicht weiterbringen. Der Puls ist durch das ganze Adrenalin und die Nervosität so und so höher als sonst, vor allem bei mir, demjenigen, der nachts noch zig Male auf den Topf muss. Hansi war gleich als es losging schon bei mir und ich würde sagen, wir waren nach dem Berg bisschen hinter dem Mittelfeld. Alex habe ich vermisst, doch als er dann einen Kilometer später rechts an mir vorbei fuhr und wir dann zu dritt im Feld waren: Das war schon sehr cool. „Alles klar?“ „Ja, alles klar.“ Das Gefühl, da sind noch welche dabei, die tragen das gleiche Trikot wie du und du bist in einem Team…
Ich war echt überrascht, positiv überrascht wie einfach das ging. Die Jungs vorne haben ordentlich Tempo gemacht und du konntest dich mitziehen lassen. Die Hügel und Kuppen mussten wir anbremsen, weil wir sonst den Vordermännern hinten drauf gefahren wären. Nach einer kurzen Abfahrt ging es um eine 180 Grad Kurve und ab da hat dich der Rückenwind kräftig über die Hügel geblasen. Später war das meiner Meinung nach fast immer die schwerste Passage, zu mindestens das Stück direkt nach der Kurve, wo du aus dem Sattel gehen musstest, um den Anschluss nicht zu verlieren, vor allem, als es dann immer weniger Fahrer wurden. In der zweiten oder dritten Runde war das die Stelle, wo ich einen leichten Ansatz von einem Krampf hatte. Doch Gott sei Dank sollte es dabei bleiben, bei dem Ansatz. Über die Strecke hinweg, in Richtung des schwersten Anstiegs des Tages, in dem auch das Ziel lag, habe ich mich langsam nach vorne gearbeitet. Ich habe mir vorgenommen, möglichst weit vorne in den Berg reinzufahren, um mich dann durchreichen zu lassen und dabei Kraft zu sparen. Bis zu der ersten Zielpassage schien mir das Ganze wie ein Spiel, es war so einfach, die Angst, nicht anzukommen, war irgendwie nicht mehr so präsent wie noch vor dem Rennen. Ich genoss einfach nur. Da habe ich mir schon gesagt, egal, was heute noch passieren würde, es hat sich schon rentiert. Ich bin dann auch in den vorderen zwei dritteln in den Berg reingefahren. Das hat wehgetan - den Gedanken mit dem Kindergeburtstag habe ich da schon wieder verworfen. Eigentlich war das Schlimmste nicht der Berg, sondern die Passage danach mit dem Gegenwind, wo voll gefahren wurde. Da blockerst du den Berg hoch und hast danach keine Zeit zum Erholen. Hansi und Alex habe ich vor dem Berg aus den Augen verloren, Alex ist über den Berg rüber gekommen, hat aber wohl kurz danach den Anschluss verpasst. Seine Schaltung hat nicht ganz so gewollt wie er. Hansi ist bei der nächsten Zielpassage aus dem Feld gefallen und hat die Verfolgung der Zurückgefallenen organisiert. Die Beine waren gut, doch zu fünft einem Feld hinterherzufahren, das vorne versucht, Ausreißer zurückzuholen, ist quasi zwecklos. Anscheinend gehört eine Menge Glück dazu, Glück zu haben. 136 Fahrer waren gestartet, circa 40-50 konnten zu Ende fahren.
Es lief ganz gut für mich, ich war erstaunt und total glücklich, die erste Runde geschafft zu haben und mein Nahziel war nun, sich gut zu erholen und dabei vorne im ersten Drittel zu bleiben. Bei der nächsten Zielpassage habe ich die gleiche Taktik, die ich auch das Rennen über beibehalten sollte, angeschlagen, vorne in den Berg reinzufahren. Es hat wieder weh getan, doch auch oben konnte ich den Anschluss halten und mich im Feld verstecken. Immer wieder habe ich mich umgeschaut, um zu sehen, wo ich stehe, nicht das ich ans Ende vom Feld gerate und dann mit Pech und durch Unaufmerksamkeit wegfliege. Nach 40 Minuten habe ich mein erstes Gel zu mir genommen. Alle 40 Minuten wollte ich was essen, um keinen Hungerast zu bekommen. Danach hatte ich erstmal Magenschmerzen und habe mit dem zweiten gewartet und das dritte, das ich noch in die Trikottasche gesteckt hatte, letztendlich ganz weggelassen. Erst habe ich überlegt, ob ich jetzt einen anquatschen soll um ihn zu fragen, „Isst man was bei Bauchschmerzen nur um einem Hungerast entgegen zu wirken? Ist das sinnvoll?“. Ich habe mir dann ständig eingeredet, „nein, ich bekomme jetzt keine Magenprobleme“ und so sind sie dann tatsächlich auch weggegangen. Sowieso habe ich in den ersten drei Runden viel mit mir selber gesprochen, mit meinem Bauch und meinen Beinen. Als ich dann die dritte Zielpassage ohne Probleme überstanden hatte, waren die Ankommensängste schon sehr minimiert. Das Feld war mittlerweile richtig klein, ich glaube wir waren so um die 30 Fahrer. Vorne war anscheinend eine zwölfer und eine vierer Gruppe raus. Mir war das egal, was will ich da in der Verfolgung mitarbeiten, das Einzige was ich jetzt wollte, war ankommen. Dementsprechend bin ich auch gefahren, habe die Beine hochgenommen, habe ein paar vorbei fahren lassen um mich dann wieder einzureihen. Hauptsache im ersten Drittel fahren und Hauptsache nicht die Nase in den Wind stecken. Letzteres wurde dann schon schwieriger, je weniger Fahrer noch im Feld waren. Ab der vierten Runde war ich überrascht, als ich an einem kleineren Hügel vorne mitgefahren bin. Es gab eine Situation, da war ich plötzlich in erster, zweiter Reihe und bin fast erschrocken und habe mal wieder mit mir selbst gesprochen und mich gefragt, was ich eigentlich hier verloren hätte.
An den letzten beiden Zielpassagen und dem Anstieg war ich sogar unter den ersten positioniert, und konnte mich oben dann der Situation entsprechend entspannt hinsetzten. An dem Anstieg standen mords die Leute. Es hat schon was, da hoch zu knüppeln und dann sind da welche, die stehen bei dem Mistwetter draußen an der Straße um bei einem Radrennen zuzusehen. Vor allem als ich gefahren bin, und auf einmal brüllt mich jemand von der Seite mit „Auf geht’s Felix!“ (mit mindestens 50 Ausrufezeichen) an, das hat schon was. Danke Alex, war richtig geil. Auch als Hansi dann in der letzten Zielpassage mit dabei stand, das war sehr cool Jungs, danke! Die fünfte Runde wurde dann noch mal härter, weil der Abstand zwischen Feld und Ausreißer nur noch eine Minute betrug. Doch das hat sich dann auch gelegt und irgendjemand hinten hat zwischenzeitlich mal gesagt: „Was ist denn los? Spielen die da vorne Flüsterpost?“
Die letzte Runde war die absolut entspannendste. Da habe ich dann nur noch gehofft, keine Panne zu haben. Ich konnte mich nett mit HeinerFD aus dem TOUR-Forum, der „Bibel“ wie Hansi zu sagen pflegt, über meine schlimme Tria-Sitzposition und das Rennfahren unterhalten. Grüße gen Norden hier an der Stelle. Auch Trassi33: Respekt und Chapeau vor der Leistung! Vorher noch sagen „Och, geht so…“ und später dann für die Mannschaft vorne an der Spitze des Hauptfeldes Tempo machen. Und mich anschnauzen, ich sollte doch mit dem Rumgeheule zwecks der bescheidenen Vorbereitung aufhören (hier denk’ dir jetzt einfach einen Augenzwinkersmiley). Paar Kilometer vor dem Ziel ist dann noch einer aus dem Feld ausgerissen. Derjenige war nach kurzer Zeit wieder gestellt und irgendjemand sagte genervt: „Was bringt das dem jetzt?“ Ich wollte entgegnen, „Spaß“, doch das habe ich mir dann verkniffen. Jedoch hat mich die ganze Situation verunsichert („Sprintet man noch, wenn doch schon alle Punkte vergeben worden sind oder verstößt das gegen eines der viele ungeschriebenen Gesetze im Fahrerfeld?“) und mir letztendlich vielleicht sogar einen Platz unter den ersten 20 gekostet. Am Schluss hat mir dann die Erfahrung gefehlt, um zu wissen, da wird doch noch gesprintet. Das ist auch das kleine „Hätte, wenn und aber“ des Rennens, denn die Beine haben sich da eigentlich ganz gut angefühlt. Ob der dann noch was geworden wäre, ist eine andere Sache, aber besser man hat, als man hätte. Und so unter den ersten 20 auf der BDR-Seite zu stehen, wäre ja schon schick gewesen. Die Post ist so ohne mich abgegangen, paar Fahrer habe ich dann noch holen können und letztendlich müsste es ein Platz unter den ersten 30 gewesen sein. Es war ein Bombengefühl über die Ziellinie zu fahren und zu wissen, „Ja, ich habe es geschafft!“. Als dann noch Hansi und Alex auf mich zu gerannt kamen um mir zu gratulieren geil. Da stehst du dreckverschmiert auf der Straße mit deinem Rad, bist heil angekommen und bist einfach nur glücklich und fragst dich, was es Schöneres geben kann. Manche würden jetzt vielleicht sagen, das Duschen nach dem Rennen mit den Elite-Frauen, doch mit Freunden 700 Kilometer mit dem Auto fahren, um sich dann über 100 Kilometer mit Dreck vollzusauen, das bringt’s enorm.
Die Saison beginnt erst, und ich denke, 2006 wird genial...