02.11.2006

Nachdem die Rennsaison vorbei war, habe ich Leute vom Biketreff und auch MTB fahrende Rennradler angesprochen, um spontan mit mir - passende Wetterlage vorausgesetzt - Anfang Oktober für ein verlängertes Wochenende ins Gebirge zu fahren. Die anfänglich geplante 10- Mann-starke Truppe schmolz leider wegen Rahmen-, Beckenbruch, Nichtgenehmigung durch die Ehefrau oder auch einfach nur wegen zu viel Arbeit auf Wolfgang, Michael und mich zusammen.
Start war am Freitag, den 13.10., bei Kaiserwetter und spätsommerlichen Temperaturen in Reit im Winkel. Brigitte hatte den Gepäcktransport übernommen, sodass wir mit leichtem Marschgepäck im Rucksack „kurz-kurz“ über Seegatterl zur Winkelmoosalm und weiter Richtung Steinplatte hoch geradelt sind. Nachdem unser Trip in die Berge unter dem Motto „Ruhiges und erholsames Ausradeln“ stand, haben wir uns bereits nach dem ersten Anstieg auf der Sonnenterrasse der Stallenalm in 1.500 m ü. NN einen Kaffee und einen Topfenstrudel gegönnt, bevor das erste Highligt folgte eine technisch anspruchsvolle, 25% steile Trailabfahrt über ca. 500 hm und weitere 300 hm Schotterpiste nach Waidring hinunter. Michel hatte an seinem Rad keine Scheibenbremsen, musste Luft aus seinen Reifen ablassen und trotzdem noch drei Mal anhalten. Sonst hätte wohl ein Reifenplatzer gedroht.
Im Tal ging es entspannt weiter, am Pillersee entlang, vorbei an einem Kneippgang mit geschätzten +0°C es war angenehm als der Schmerz an den Füßen wieder nachgelassen hat über Fieberbrunn, Eiserne Hand hinauf zum Spielberghaus. Von dort folgte eine schnelle Schotterabfahrt nach Saalbach.
Nach ca. 60 km Fahrtstrecke und 1.900 hm, entspannten wir uns vor einem hervorragenden Abendessen in unserem Quartier in Hinterglemm im Swimmingpool und in der Sauna.
Am Samstag kam die Sonne leider nur sehr spärlich hervor, sodass wir den erwarteten grandiosen Ausblick auf den vergletscherten Alpenhauptkamm vom höchsten Punkt unserer Reise, dem Hochtor am Ende des Glemmtales nur ahnen konnten. Von dort ging es durch traumhaft schöne Weiden mit einem kurzen Gegenanstieg hinab nach Jochberg. Die Schotterpiste war so schnell, dass wir, obwohl wir schon alles an hatten, was der Rucksack hergab, mit dem Zittern vor Kälte kaum noch nachgekommen sind.
Zum Glück durften wir noch einmal über 1.000 m über Teilstrecken der Kitzbühler Skisafari auf den Hahnenkamm hoch radeln. Nach kurzer Einkehr suchten wir uns abseits der „Streif“ einen Wanderweg ins Tal. Dieses Mal wurde genug Adrenalin ausgeschüttet, dass man trotz Kälte eher ins Schwitzen kam.
Die zweite Nacht nach wiederum 60 km und dieses Mal 2.200 hm verbrachten wir in dem etwas dekadent anmutenden Kitzbühel.
Wie wir es uns gewünscht hatten, kam am Sonntag rechtzeitig zum Frühstück die Sonne heraus. Zum Warmradeln blieben wir an der Kitzbühler Ache über St. Johann, Kirchdorf bis Erpfendorf. „Moped“ Wolfgang zog uns mit einer angenehmen Reisegeschwindigkeit zwischen 30 und 32 km/h bis an den Beginn des Aufstieges zum Straubinger Haus. Weil wir viel früher als mit Brigitte verabredet in Reit im Winkel gewesen wären, blieben wir dort erst einmal für eine Weile auf der Terrasse, bevor wir weiter Richtung Tal rollten. Am Hindenburghaus waren wir genug Schotter gefahren und bogen in einen leicht verblockten, aber noch fahrbaren Wanderweg ab, der uns direkt nach Reit im Winkel hinab führte und zum Abschluss noch einmal für ein breites Grinsen in unseren Gesichtern gesorgt hatte.
Tom